Himmelwärts in der Petruskirche Steinen

- 18.04.2026 - 

Liebe ist ... gelassen

Himmelwärtsgottesdienst in der Petruskirche Steinen
mit Pfarrer Ingo Meißner
 
Predigt: Liebe ist ... gelassen
(1. Korinther 13)
 
Lieder:
  • FJ6 154: Das glaube ich (Ich glaube an den Vater) CCLI-Nr.: 7024191
  • FJ6 150: Nur durch Christus in mir CCLI-Nr.: 7129715
  • Bei dir darf ich sein CCLI-Nr.: 7230426
  • FJ5 108: Oceans (Where feet may fail) CCLI-Nr.: 6428767
  • FJ5 163: In Christus ist mein ganzer Halt CCLI-Nr.: 5292994
  • NL+ 139: Geh unter der Gnade (Alte Stunden, alte Tage) CCLI-Nr.: 4334293
CCLi Liedlizenz 5100265

Liebe ist ... gelassen

Himmelwärtsgottesdienst
(18. April 2026, Pfarrer Ingo Meißer, Evangelische Kirche Steinen)
 
Gelassenheit im Stau…
Welcher Autofahrer kennt das nicht, sich aufzuregen, die Spuren ständig zu wechseln, oder von der Autobahn runterzufahren. Nur, um dann zu merken, dass es da auch nicht schneller voran geht?
 
Gelassenheit – Gelassenheit ist die Kunst loslassen zu können. Gelassen - verlassen - loslassen. Das gehört sprachlich eng zusammen. Gelassenheit, die Dinge anzugehen, die ich ändern kann.
Und was nicht geht, geht dann eben nicht.
 
Gelassenheit heißt auch: Neu vertrauen können. Darauf zu vertrauen: „In der Ruhe liegt die Kraft.“
 
Oder: „in der Kraft liegt die Ruhe.“ Aber nicht wie im bekannten Waschmittel aus der Werbung: „Ariel Max Power - in der Kraft liegt die Ruhe“
 
Sondern: - unsere Kraft in der Ruhe, im Sturm, in der mangelnden Gelassenheit ist die Kraft Gottes! Er kann uns die Kraft zur Ruhe, zur Gelassenheit schenken!
 
Was ist nun das Gegenteil von Gelassenheit?
 
Es sind Stress und Sorgen, Unbeherrschtheit, Dauerärger (Wutbürger), wenn wir eine immer kürzere „Zündschnur“ haben. Uns immer schneller wegen Allem und Nichts aufregen.
Wenn wir versuchen mit unserem Verstand und aus unserer eigenen Kraft heraus alles lösen zu wollen, kommen wir schnell an unsere Grenzen.
Das Leben ist einfach zu komplex, zu viele Faktoren beeinflussen uns und unsere Entscheidungen. Und die anderer Menschen.
Und dann sind die Menschen auch noch sehr unterschiedlich - häufig so ganz anders als ich es vielleicht bin und haben möchte. Das kann auch aufregen…
 
Wir haben halt nicht alles im Griff, unter Kontrolle. Weder im Großen z.B. in der Politik. Noch im Kleinen, in unseren ganz persönlichen Lebensbezügen.
Wir merken in all dem: Vertrauen und Gelassenheit fallen uns jedoch sehr oft sehr schwer.
 
Doch Gott sagt uns in seinem Wort, der Bibel das Folgende:
 
Sprüche 3, 5 - 6:
„Vertraue dem HERRN von ganzem Herzen!
Verlass dich nicht auf deinen eigenen Verstand!
Erkenne seinen Willen auf allen deinen Wegen, so wird er dir den Weg bahnen.“
 
Wenn das aber mal so einfach wäre...
 
Vertrauen / Loslassen können: Einfach mal so vertrauen, loslassen, verlassen auf Gott und nicht auf deinen eigenen Verstand und die eigene Wirkmöglichkeit?
 
Und überhaupt: Was oder wen loslassen können?
 
Das sind vor allem die eben erwähnten Sorgen. Aber auch das Stressen und Krampfen (wie die Schweizer sagen).
Halten wir mal kurz inne und fragen: Wie ist das nochmal mit dem Lebensstress und dem Sorgen?
Sorgen. Was kann uns so alles Sorgen bereiten? Uns die Gelassenheit rauben? Uns stressen?
Finanzielle Sorgen, Kriege, wir persönlich mehrfache Umzüge, Stress mit anderen Menschen, Stress in der Familie, vielleicht auch in der geistlichen Familie, der Gemeinde, Überforderung in Schule, Studium, Arbeit und und und …
 
Stress und Sorgen kann es auch auslösen, wenn wir uns im Leben oder von der Gesellschaft zu kurz gekommen fühlen: Die andere haben mehr, sind besser, jünger, schöner, schlanker, muskulöser, reicher und und und…
 
Jesus widmet dieser Frage des Sorgens einen Abschnitt in seiner sogenannten Bergpredigt. Im 6. Kapitel geht es darum.
Jesus wusste eben schon damals um einen der Grundzüge der Menschen: sich Sorgen machen und davon das ganze Leben bestimmen lassen. Und eben nicht gelassen zu sein.
Er sagt dann seinen Zuhörern und auch uns heute noch:
 
(Matthäus 6, 25 - 28.31 - 33)
„Macht euch keine Sorgen um euer Leben – was ihr essen oder trinken sollt, oder um euren Körper – was ihr anziehen sollt.
Ist das Leben nicht mehr als Essen und Trinken?
Und ist der Körper nicht mehr als Kleidung?
Seht euch die Vögel an!
Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln keine Vorräte in Scheunen. Trotzdem ernährt sie euer Vater im Himmel.
Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?
Wer von euch kann dadurch, dass er sich Sorgen macht, sein Leben nur um eine Stunde verlängern?
Und warum macht ihr euch Sorgen, was ihr anziehen sollt?
Seht euch die Wiesenblumen an:
Sie wachsen, ohne zu arbeiten und ohne sich Kleider zu machen.
Macht euch also keine Sorgen!
Fragt euch nicht: Was sollen wir essen?
Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen?
Um all diese Dinge dreht sich das Leben der Heiden.
Euer Vater im Himmel weiß doch, dass ihr das alles braucht.
Strebt vor allem anderen nach seinem Reich und nach seiner Gerechtigkeit – dann wird Gott euch auch das alles schenken.“
 
Sorgen: Jesus sagt nun: Macht euch keine Sorgen. Bleibt gelassen in all dem. Lasst eure Sorgen los! Habt mehr vertrauen in meinen Vater im Himmel! Er weiss um all das – und kann und wird unseren Sorgen begegnen!
 
Das alles loslassen? Einfach nur vertrauen? Ist das nicht zu einfach?
Ich kenne Menschen, die haben das Sorgen machen fast zu einem Lebensinhalt gemacht. Wo ich den Eindruck habe, wenn sie mal ihre Sorgen los wären – was würden sie dann mit ihrem Leben machen? Würden sie dann nicht erst recht in ein tiefes Loch fallen?
 
Ja, wenn das Loslassen, die Gelassenheit a mal so einfach wäre...
Dieses Vertrauen, die Gelassenheit, dieses sich Verlassen auf Gott in allem.
Hier sagen wir nun in diesem Himmelwärts: Liebe ist gelassen. „Und meinen: „Gelassenheit“ mit mir selbst und anderen Menschen oder Situationen gegenüber…
Doch wie entsteht Gelassenheit? Wie komme ich dahin? Dass ich von mir und meinen Sorgen, meinem Ärger loslassen kann?
 
Zwei Dinge kamen mir da in der Vorbereitung:
 
Das eine:
Durch Stresssituationen und das Bestehen, können wir die positive Erfahrungen machen: es geht weiter. Wir können es schaffen. Im Rückblick merken wir dann: weil ich selber aktiv geworden bin, verändern sich Situationen, Ich bin nicht nur ein Getriebene der Umstände. Ich kann selber Dinge gestalten. Verändern.
Die Situation verändert sich, wird besser. Nervige Menschen verändern sich, wenn ich ihnen anders begegnen kann.
Probiert es doch mal aus, wenn ihr nicht genervt den Menschen begegnet, die euch nerven, sondern ihnen freundlich und liebevoll begegnet. Das kann echt was Positives auslösen. Hass mit Liebe begegnen. Unfrieden mit Friede begegnen. Unbarmherzigkeit mit Barmherzigkeit antworten.
Mal ausbrechen aus dem Wie-du-mir-so-ich-dir. Das kann vieles grundlegend verändern.
Und diese positive Erfahrung führt dann zunehmend bei anderen oder ähnlichen Situationen zu mehr Gelassenheit: Ich schaffe es. Ich kann etwas durch mein Tun bewirken.
Das ist das Eine. Durch Bestehen von schwierigen Situationen postive Erfahrungen machen und die dann in neue, andere Sitautionen mitzunehmen. Gelassener zu reagieren.
 
Das andere ist:
Sich Ruhe und Frieden schenken lassen – von Gott. Weil wir es eben so häufig nicht selber hinbekommen.
Ruhe und Gelassenheit sich letztlich von Gott schenken zu lassen. Von ihm, der unsere Ruhe, der unser Frieden ist. Bei ihm können wir ausruhen neue Kraft bekommen. Uns von seinem guten Geist immer neu „begeistern“ zu lassen.
Wir können uns bei Jesus, beim Kreuz „ausruhen“. So wie auf dem Himmelwärtsplakat zu sehen. Und dann loslassen, neu vertrauen…In seiner Nähe. Durch ihn. Durch Christus in uns, so wie wir es auch später in einem Lied singen werden.
Und wenn wir meinen es wäre alles „Game over“ - also alles vorbei. Unsere Gelassenheit, unser innerer Friede, unser Vertrauen: Dann kann Gott immer noch! Er ist der „Ich kann“!! (Verweis auf die Karte)
 
Abschliessend noch einige praktische Hinweise auf dem Weg zu mehr Gelassenheit im Leben. Was kann da helfen?
 
- Zieh dich zurück
mach mal eine Pause. Zieh dich aktiv aus der Situation raus, wenn dich Menschen stressen. Wenn dir eine Situation Mühe macht. Lass man los, um innerlich neu zur Rueh zu kommen und dann aus der Ruhe heraus, von Gott beschenkt eien neue Gelassenheit zu entwickeln.
Wir haben später eine Malstation. Hier kann man beim Ausmalen, sich konzentrieren auf das Bild innerlich abschalten. Zur Ruhr kommen.
 
- lass mal los
Entscheide dich dazu, nicht alles und jedes kontrollieren zu wollen. Lass mal die Kontrolle los. Du hast eh nicht alles im Griff. Vertraue Gott, dass er den Überblick hat. Vertraue anderen, dass sie dir helfen können.
Lass andere dich mal leiten. Dies können wir an einer Vertrauensstation mal ausprobieren, wie sich das anfühlt. Ob es dir leicht oder schwer fällt.
 
- werde aktiv
Manchen fällt es schwer durch Ruhe und innere Einkehr Gelassenheit zu entwickeln. Da kann es helfen, sich mit schönen Dingen abzulenken. Dingen, die dir guttun.
Mal ordentlich beim Workout zu schwitzen, laut Musik hören, Wandern oder Radfahren gehen.
Zum tätig Werden haben wir eine Workoutstation vor der Kirche. Wo man sich mal körperlich betätigen kann und dann mal auf andere Gedanken zu kommen.
 
- bitte Gott um Gelassenheit
Gehe ins Gespräch mit ihm.
Oder lasse für dich beten.
Wir haben wieder eine Gebetsstation, wo Menschen wieder gerne für dich und deine Anliegen beten.
Oder bete für dich ganz persönlich am Platz.
Frage Gott: wo kann ich Dinge / Situationen, verändern, akzeptieren oder verlassen? Change it, take it, leave. Wo kann, wo muss ich aktiv werden, um zu mehr Gelassenheit zu kommen?
Oder Bitte um Gelassenheit im Sturm, um seinen Frieden, sei in Gedanken nahe bei Jesus, nah am Kreuz, lass dich von ihm tragen.
Bitte insgesamt um mehr Ruhe Gelassenheit in sorgenvollen und stressigen Situationen.
Du kannst da für dich das sogenannte „Gelassenheitsgebet“ beten. Ist auch auf der ausgeteilten Karte zu finden. Da heisst es:
 
„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“
 
Als Bekräftigung deiner Bitte, deiner Hoffnung, kannst du nach vorne kommen und eine Kerze nah am Kreuz anzünden mit dem Gedanken:
Ja Herr, mit dir will ich Schritte gehen, Dinge zu verändern, zu akzeptieren oder auch loszulassen. Es mit seiner Kraft anzupacken und dir dann Gelassenheit schenken zu lassen!
Gelassenheit – nicht nur im Stau. Sondern mehr Gelassenheit insgesamt in deinem Leben.
 
In dem Bewusstsein. Jesus Christus hat es im Griff.
Bei ihm gibt es kein „Game over“. Geht nicht – gibt es bei ihm nicht.
 
Er ist und bleibt der große „Ich kann!“.
 
Amen